Präventionskonzept zur Vorbeugung sexualisierter Gewalt

Auf Initiative unserer Schulleitung befasst sich seit Mai 2011 ein Arbeitskreis, bestehend aus vier Lehrkräften unserer Realschule (Frau StRin Katrin Herde (Schulpsychologin), Frau StRin Ursula Gierstl, Herr StR Andreas Neumann und Herr Oswald Faber (Schulseelsorger)), mit der Erarbeitung eines Bündels von schulpräventiven Maßnahmen zur Vorbeugung sexueller Gewalt.

Unter Berücksichtigung der entsprechenden staatlichen Vorgaben und verbindlichen Richtlinien der Deutschen Bischofskonferenz soll ein praktikables Präventionskonzept erarbeitet werden. Ziel des Konzeptes ist es, einen plausiblen Opferschutz und wirksame Täterprävention zu erarbeiten. Das wo mögliche Fehlverhalten von Erwachsenen und  Mitschülern soll von den Kindern und Jugendlichen erkannt, berichtet und beendet werden (z. B. durch Neinsagen, Sichwehren). Die Nebenwirkungen der Maßnahmen, wie Unsicherheit, erhöhte Ängstlichkeit, Beunruhigung u. ä sollen möglichst vermieden werden. Die potenziellen Täter sollen durch unseren klar geregelten Maßnahmenkatalog abgeschreckt werden.

Diese Darstellung präsentiert die ersten konkreten Arbeitsergebnisse und Bausteine unseres Präventionskonzeptes. Sie wird fortentwickelt und angereichert mit hilfreichen Hinweisen und Anregungen aller am Schulleben beteiligten Personen (Schulleitung, Mitarbeiter, Eltern und Schülerschaft).

Unser Ziel  im Bereich des Opferschutzes ist die Steigerung des Sicherheitsgefühls durch Ausbau der allgemeinen Selbstschutzfaktoren und -fertigkeiten (= universale Verhaltensprävention). Die Eltern unserer Schülerinnen und Schüler werden über unser Präventionskonzept informiert, zur Zusammenarbeit eingeladen und durch ihre Vertretung (Elternbeirat) in die Konzeptentwicklung  einbezogen.

Im Bereich der vorbeugenden Täterprävention wollen wir transparente Handlungsmuster schaffen, diese klar kommunizieren und entsprechend der staatlichen und kirchlichen Vorgaben und Gesetze konsequent umsetzen.

1  Opferschutz

  • Prävention sexuellen Missbrauchs ist ohne entsprechende Sexualerziehung und Sexualaufklärung (= Sexualpädagogik) nicht möglich. Unsere Realschule leistet hier ihren Beitrag im Rahmen des Lehrplans in den Unterrichtsfächern Biologie, Sport und Katholische sowie Evangelische Religionslehre. Darüber hinaus finden regelmäßig die sexualpädagogischen Projekte „Mädchen für Mädchen“ (MFM) und „Jungen für Jungen“ (JFJ) für die Schülerinnen und Schüler der 5. Jahrgangsstufe statt. Diese Projekte werden durch den Elternbeirat organisiert und betreut und von externen Partnern in der Schule durchgeführt.
  • Im Rahmen des Unterrichts wird in jeder Klasse eine Unterrichtssequenz (mindestens zwei Unterrichtsstunden) im Schuljahr der Verhaltensprävention sexueller Gewalt gewidmet. Diese Unterrichteinheit ist durch den Klassenleiter oder eine andere Lehrkraft in Absprache mit der Schulleitung verbindlich zu halten. Entsprechende Stundenentwürfe wurden von den Mitgliedern des „Arbeitskreises Prävention“ erarbeitet.

2  Täterprävention

Folgende Maßnahmen werden an unserer Realschule dauerhaft verbindlich durchgeführt:

  • aktives Ansprechen der Präventionsproblematik durch den Schulleiter anlässlich des Bewerbungsgesprächs vor jeder Neueinstellung
  • verpflichtende schriftliche Selbstauskunft aller Mitarbeiter für die Personalakte (Fragenkatalog wird durch den Dienstgeber erstellt)
  • erweitertes Polizeiliches Führungszeugnis als Anstellungsvoraussetzung
  • dauerhafte Implementierung der Präventionsthematik in den Schulentwicklungsprozess
  • schulinterne Fortbildungen zur Präventionsproblematik in regelmäßigen Zeitabständen
  • Dienstvereinbarung zwischen der Schulleitung/Dienstgeberseite und allen Mitarbeitern ( in Arbeit )
  • Erstellung und Bekanntgabe einer Liste von Kontaktadressen zur außerschulischen staatlichen und freien Hilfeeinrichtungen bei Fragen und Problemen rund um die Prävention sexualisierter Gewalt (Präventionsordner im Sekretariat Altbau/Vorzimmer der Schulleitung, Elternbrief am Anfang des  Schuljahres, Homepage der  Realschule)
  • Ernennung von zwei Präventionsbeauftragten zur Beratung und Unterstützung der Schulleitung. Derzeit sind es: Frau StRin Katrin Herde (Schulpsychologin) und Herr Oswald Faber (Schulseelsorger)
  • Im Bedarfsfall (Ernstfall) wird der Schulleiter sofort informiert, der alles Weitere veranlasst
  • Veröffentlichung unseres schulinternen Präventionskonzeptes zur Vorbeugung sexualisierter Gewalt auf der Internetseite der Realschule.