Bienen an der Schule

Vor einem Jahr, im Oktober 2010, wurde das Projekt „Bienen an der Schule“ an der Realschule Indersdorf ins Leben gerufen. Es ist einzigartig im Landkreis Dachau und eines von etwa 25 weiteren Projekten im Landkreis München.
Die Initiatoren und Leiter Walter Niedermeier, Vorsitzender des Imkervereins Dachau, und Kuno Scharpf, Lehrer und Hobbyimker, konnten bereits im Juli 2010 Herrn Wagatha (Schulleiter) und schnell auch einige Paten und Sponsoren für diese Idee gewinnen.
Eine Gefahr für Schüler und Lehrer war nie gegeben, denn die Schulbienen stehen zwar auf dem Schulgelände (Altbau), aber außerhalb des Pausenhofs.
Imkern ist am Anfang immer eine Materialschlacht, denn die Bienenkästen, die Jacken und Hauben, das Werkzeug und vieles mehr müssen angeschafft werden und kosten viel Geld. Finanzielle Unterstützung kam nicht nur von den Bürgermeistern aus dem Landkreis, auch eine Münchner Firma, der Elternbeirat und Schulleiter Anton Wagatha sorgten für einen gelungenen Start. Walter Niedermeier stiftete sogar als Einstieg zwei Bienenvölker, inzwischen sind es bereits sechs.
Die Gruppe um die beiden Projektleiter setzt sich momentan aus zehn Schülern, zwei Vätern und einem weiteren Lehrer zusammen, die scheinbar alle keine Angst vor diesen interessanten Insekten haben. Natürlich ist jeder schon einmal gestochen worden, aber das gehört dazu und ist kein Problem, solange keine allergischen Reaktionen entstehen.
Was ist in diesem einen Jahr passiert? Viel! Sehr viel!
Während im Winter im Werkraum Materialien selbst gebaut und Wachskerzen für den Weihnachtsbasar herstellten wurden, hatten die Bienen ihre Ruhephase.
Anfang des Jahres muss dann alles bereit stehen, denn mit dem ersten Polleneintrag und dem Beginn der Bruttätigkeit ist es schnell vorbei mit der Ruhe für Bienen wie für Imker gleichermaßen.
Zunächst wird der Raum nach der ersten Kontrolle (Februar) in den Bienenstöcken erweitert (März), denn die Bienenzahl wächst ungeheuer schnell. Dann gilt es, das Ausschwärmen zu verhindern (April) und schon folgt die erste Honigernte (im Mai), Ableger werden gemacht (Juni) und nach der zweiten Ernte (Juli) wird die Varroamilbe bekämpft (August).
Das Bienenjahr geht bis zur Sonnwende, dann nimmt die Anzahl der Bienen (in der Hoch-Zeit ca 40-50.000) stetig ab, bis im Winter nur etwa 10.000 im Stock durchhalten müssen. Im Herbst ist dann Zeit Vorbereitungen für Wachs- und Honigverkauf für den Schulbasar zu treffen, denn im ersten Jahr kann eine Schulimkerei noch nicht auf eigenen Beinen stehen.
Schulhonig, der erste in der Geschichte des Klosters, kann an der Pforte erworben werden.

Ein Dank gilt:
Herrn Anton Wagatha (Schulleiter), den Bürgermeistern Bgm. Hainzinger (Sulzemoos), Bgm. Mederer (Schwabhausen), Bgm. Kreitmeir (Indersdorf) und Bgm. Reindl (Erdweg), außerdem der Familie Thurner (Firma Thurner) aus München, dem Elternbeirat, dem Bezirk Oberbayern, der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)und weiteren privaten Unterstützern. Auch unsere Schulgemeinschaft hat das Projekt stets mit Interesse verfolgt und mitgetragen, die Hausmeister haben zusätzliche Arbeitsstunden investiert. Danke vor allem an Walter Niedermeier, denn ohne sein Fachwissen wäre das Projekt nicht möglich gewesen. Durch ihn konnten wir auch die Einrichtungen des Lehrbienenstandes in Indersdorf nutzen.

K. Scharpf